Joanna von Lesniewo

Niech be;dzie pochwalony Jezus Chrystus!

Seid gegrüßt. Mein Name ist Joanna, Tochter des Boles?aw von Les'niewo.

Warum eine polnische Adelige hier in Deutschland ist fragt Ihr… nun dies ist eine längere Geschichte. Vielleicht setzt Ihr Euch.

Ich wurde am ersten Tag des dritten Monats im Jahre des Herrn 1181, in der Nähe von Krakau, der wunderschönen Hauptstadt des Reiches Polen, geboren. Ich hatte eine sorglose Kindheit als erste Tochter von Boles?aw und Irena von Les'niewo. Ich hatte, … wie sagt man hier … Narrenfreiheit. Ich erinnere mich noch, dass ich viel auf der Burg rumgetollt bin und ständig Bedienstete von ihrer Arbeit abhielt. Meinen Vater bekam ich nur selten zu Gesicht, da er viel auf Reisen war, meist im Auftrag des Prinzen. Er ist ein bekannter Ritter in meinem Land. Er steht sehr hoch in der Gunst des höchsten Prinzen Leszek I. dem Weißen, war häufig in seinem Auftrag auf Reisen und kämpfte schon gegen die Pruzzen und Tartaren.

Mit 10 Jahren, vier Jahre nach der Geburt meiner kleinen Schwester Weronika, wurde ich auf ein Kloster geschickt. Dort lernte ich rechnen, lesen, Latein und die deutsche Sprache. Es war eine schwere Zeit, in der ich besonders meine Mutter sehr vermisste.

Als ich wieder nach Les'niewo zurückkehrte, fing meine Mutter an mich auf das höfische Leben vorzubereiten.

Da König Boles?aw III nach seinem Tod, Polen unter seinen vier Söhnen aufteilte, herrscht seit dem ein permanenter Kampf um Krakau und den Titel des dux totius Poloniae, den Herrscher ganz Polens. Da unser Sitz nicht weit von Krakau entfernt liegt, wurde meine Familie in diese Streitigkeiten immer wieder hineingezogen. Zusätzlich haben zwei junge Herren aus der näheren Umgebung ein Auge auf meine Schwester geworfen und fingen an sie zu bedrängen. Die Umgebung wurde für uns immer unsicherer.

Und so kam es, dass ich mit meiner Schwester nach Deutschland zum Herrn von Wolferode geschickt wurde, einem befreundeten Adeligen. Wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt, war es eine anstrengende Reise. Zu dieser stellte mein Vater mir und meiner Schwester einen Berater zur Seite.

Mir war die Vorstellung in einem fremden Land zu leben unheimlich. Meine Angst war jedoch unbegründet, da mich der Herr von Wolferode sehr willkommen hieß und ich in seiner Frau Saskia eine treue Freundin fand, an die ich mich jederzeit wenden kann.