Christian aus dem Siepental
| Christian aus dem Siepental wurde 1186 als einziger Sohn Konrads aus dem Siepental, einem Landadigen aus dem Gebiet des Stifts Astnidhi, dessen Voigt der Graf von Berg war, und seiner Mutter Catharina zu Carpenhaus geboren.
Seine frühe Kindheit verlebte Christian auf dem Gut zu Carpenhaus in der Grafschaft Berg.
1188 folgte Catharinas Vater Dietrich zusammen mit Manfred von Wolferode im Gefolge von Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ dem Aufruf Papst Clemens III. nach einem dritten Kreuzzug ins Heilige Land um Jerusalem von den Muslimen zu befreien. Es heißt er sei bei der Eroberung von Akkon gefallen. 1190 verstarb dann auch Catharinas Mutter und Konrad und Catharina erbten das Gut, wie auch die dazu gehörigen Ländereien. Mit acht Jahren verließ Christian den Sitz seiner Eltern und zog zu seinem Onkel Friedhelm, in das Siepental nahe der Ruhr und dem Stift Astnidhi, um dort seine Pagenzeit anzutreten. Kurz nachdem Christian im Frühling des Jahres 1200 zum Knappen ernannt wurde, verstarb sein Onkel und dessen Sohn, der junge Ritter Martin aus dem Siepental, erbte das Gut der Familie und übernahm die Ausbildung Christians. Im Jahre 1203 a.d. schloss sich der Herr Martin dem Ritterbund der Hellweg Wölfe an und mit ihnen zog auch Christian an der Seite seines Herrn durch die Länder und stand ihm auf so manchem Turnier zur Seite. Im Jahre 1204 nach Christi nach der verlorenen Schlacht bei Stellau bat Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein den Kölner Erzbischof Bruno I. von Sayn um Hilfe im Kampf gegen den dänischen König Waldemar II. und so zogen Martin aus dem Siepental, Christians Vater Konrad und andere Ritter gen Norden um bei Lütjenburg gegen die Dänen anzutreten. Doch konnte Konrad Martin überreden, den jungen Christian zurück zulassen, da er der letzte Erbe derer aus dem Siepental wäre, sollten Konrad und Martin im Kampfe fallen. So gab Martin Christian in die Obhut des Herrn Andreas von Wolferode, dem Hauptmann der Hellweg Wölfe, damit dieser die Ausbildung zum Ritter fortführe. Unter seinem neuem Herrn lernte Christian neben weiteren Kampftechniken mit Schwert und Schild auch lesen, schreiben und wichtige geografische und geschichtliche Grundlagen. Im August des Jahres 1205 stand Christian dann zum ersten Mal an der Seite seines Herren auf dem Schlachtfeld, als sie, gemeinsam mit vielen anderen verbündeten Rittern, dem Herrn von Westerhold halfen, eine von Verrätern besetzte Stadt für den Erzbischof zurückzuerobern. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erlangung der Ritterwürden war getan. Weitere kleinere Schlachten folgten. Im schicksalhafen Jahr 1206, als Cristian an der Seite seines Herren für den Grafen von Arnsberg um dessen Recht auf Besitz der Arnsberger Ländereien kämpfte, erfuhr er, dass der Kampf gegen die Dänen gescheitert war und viele Ritter gefallen waren, darunter auch Martin und sein Vater Konrad. Das Jahr 1207 sollte ein ereignisreiches Jahr werden. Bei der Schlacht um Burg Freienfels stand Christian unter anderem neben den hohen Herren Dietrich und Hermann von Volmarstein auf dem Schlachtfeld und im August diesen Jahres zog er zusammen mit den kampferprobten Hellweg Wölfen und den Herren von Volmarstein ebenfalls nach Lütjenburg. Eine weitere Schlacht um die dort erbaute Motte sollte folgen und diesmal zu Gunsten des Grafen Adolf III., denn die Dänen konnten zumindest aus diesem Gebiet zurückgedrängt werden. Nun sah Christian auch zum ersten Mal das Grab seines Vaters. Doch sollte sich hier für Christian vieles ändern. Denn nun sollte er, nach der gewonnenen Schlacht, da er im passenden Alter von 21 Jahren und mit viel Erfahrung im Kampf ausgestattet war, die Schwertleite bekommen. Nach einer langen Nacht im Turm der Motte, in der Christian in Gebete vertieft nachdenken und den Herrn um Kraft bitten sollte, bekam er am Morgen des 1. Septembers 1207 in einer feierlichen Zeremonie Rüstung, Schwert, Sporen und einen letzten Schlag um danach als Ritter wieder nach Hause an die eigenen Höfe zurück zukehren. |







