Andreas von Wolferode

Seid gegrüßt, ihr, die ihr des Lesens mächtig seid. Mit diesen Zeilen erzähle ich euch meine Geschichte. Ich wurde im Jahre 1171 im Haus Op dem Overe zu Wolferode als einziger Sohn des Adeligen Manfred von Wolferode geboren. Meine Pagen- und Knappenzeit verbrachte ich im Dienste des Herrn von Angermund, einem Ritter, der in den Diensten des Grafen von Berg stand. Als mein Vater nach einem Feldzuge mit Kaiser Barbarossa 1188 als verschollen galt , übernahm ich das väterliche Lehen Wolferode, den Abbetroder Hofesverband mit 16 bergische Erbgüter und Kotten sowie die Honschaft Düssel mit zwei Mühlen, die bereits meinem Großvater Wilhelm vom Kölner Erzbischof verliehen wurde. 1202 ehelichte ich, Andreas von Wolferode, Saskia aus Lipzi, die Tochter eines Baumeisters aus Sachsen. Das Jahr Anno 1203 ist für mich ein ereignisreiches Jahr. Im Frühjahr des Jahres trat ich dem Ritterbund der Hellweg Wölfe bei. Im Herbst des Jahres stellte ich als Ministeriale Stephan von Menethinna in meine Dienste ein. Das führen der Mühlen und der Hohnschaften braucht eine unterstützende Hand und dieser Mann zeigte sich als besonders Wertvoll und mir treu ergeben. Im gleiche Jahre verpflichtete ich mich, Rupert von Hubertus, mit dessen Vater freundschaftliche Bande bestehen, als Kriegsknecht in meine Obhut zu nehmen. Ihn aber als Knecht zu bezeichnen liegt mir eigentlich fern, denn dieser Mann erwies sich als treuer, vertrauenswürdiger und ergebener Diener. Im Frühjahre des Herrn 1204, es mag wohl nach dem harten Winter gewesen sein erschien Anton auf meinem Hofe. Er hatte ein Schreiben bei sich, welcher Ihn als Sohn eines Adelsgeschlechtes auswies. Sein Vater war wie mein Vater damals mit Kaiser Barbarossa auf den Weg ins heilige Land. Ich nahm den jungen Herrn in meinen Diensten als Knappe auf und lehre Ihm was es heißt ein Ritter zu werden.

Der ersehnte Frühling zog ins Land und die ersten Verpflichtungen verlangten meine volle Aufmerksamkeit. Der Bund der Hellweg-Wölfe, welcher ich schon seit einem Jahr angehöre, ernannten mich zum Hauptmann und Mundführer. Diese Ehre ist wirklich wahrhaftig und ich gelobte meine Treue und meine Kampfkraft dem Bunde zu widmen.

Mein Hofe wuchs und meine Kotten und Mühlen warfen doch endlich reichlich Gewinn ab. Was ich ohne Zweifel den besonderen Geschick und Feingefühl meinem Ministeriale zu verdanken habe, welcher einen sehr guten Ruf und Anerkennung meiner Freien Männer und Leibeigenen besitzt. Friede und Wohlstand ergoss sich über meine Ländereien und mein Name wurde bekannt bei dem Herzog von Berg. Ein wenig Goldverschwenderisch wurde ich auch, es hält sich in natürlich in Grenzen aber ich konnte nicht hinwegsehen, das ein kluger Mann, welcher bei einem anderen Edelmann sein Dasein fristet, seine Begabung nicht nachgehen kann. Ich rede hier von Johann de Terre und seinem Weibe Carolina. Nun, zum Kampfe ist er nicht besonders geeignet und falls er es doch mal wagen sollte ein Schwert zu benutzen sollte ein Medicus nicht weit weg sein. Jedoch, und das ist der eigentliche Grund seiner Dienste auf meinem Hofe, er ist ein hervorragender Geschichtenerzähler und Informant. Und neueste Nachrichten sind in der schwierigen Zeit manchmal wertvoller als ein gut geführtes Schwert.